Rund 13 Millionen Erwerbstätige aus der Generation der Babyboomer werden – laut Statistischem Bundesamt – bis 2036 aus dem Arbeitsmarkt verschwinden.
Welche Aufgabe auf Unternehmen zurollt, ist damit klar: Schon jetzt müssen Personalabteilungen kreativ werden, um gute Fachkräfte zu gewinnen.
Allerdings können sich Unternehmen langfristig nicht hinter ihren Einwänden verstecken. Erfolgversprechender ist es: Verständnis zu entwickeln und die Motivation der Nachwuchskräfte zu begreifen.
Chance oder Herausforderung? Die Generation Z ist wechselwillig
Die Studie zeigt: Die emotionale Bindung ans Unternehmen ist bei den jüngeren Generationen nicht sehr stark ausgeprägt. Gerade mal 31 Prozent möchten in den nächsten fünf Jahren bei ihrem Arbeitgeber bleiben.
Mitarbeiterführung Gen Z: Kompetenzbasiert führen und Sinn geben
Allein mit einem attraktiven Gehalt ist der Nachwuchs nicht zu ködern. Die Generation strebt nach Selbstverwirklichung – auch im Job.
Möglichkeiten für eine solche sinnstiftende Führung:
- Unternehmensziele verdeutlichen und das „Warum“ hinter einer Aufgabe stets mit dem Mehrwert verknupfen
- Mitarbeitenden regelmäßig neue Herausforderungen und Projekte übertragen
- Hierarchien abbauen und agile Arbeitsmethoden prüfen
Voraussetzung hierfür ist Vertrauen. Viele Führungskräfte verschwenden heute noch immens viel Zeit damit, ein engmaschiges Kontrollnetz aufzubauen.
Die Selbstführung braucht Platz 1 auf der Prio-Liste
Eine Chefin, die keine Zeit für ihre Mitarbeitenden hat und sich im Micromanagen verliert, wird die selbstbewusste Generation Z nicht schätzen.
Die Investition in sich selbst ist so oft der Schneeball, der unglaublich viel Positives ins Rollen bringt. Statistisch unterbricht man uns bei der Arbeit alle elf Minuten.
Lösungen sind beispielsweise:
- Sich Strategien erarbeiten, um sich nicht zu sehr in der Operative zu verlieren
- Feste Zeiten für Führungsthemen, Teamreflexion oder Selbstreflexion blocken
- Aufgaben, die nicht zur eigenen Rolle gehören, loslassen
Flexibel auf Flexibilitätswünsche reagieren
Studien zeigen: Der Wunsch nach Flexibilität ist groß in der Generation Z. Wollen Führungskräfte also junge Talente gewinnen und halten, sollten sie Freiheiten zulassen.
Kommunikation und Zusammenarbeit ausbauen
Die Generation Z legt Wert auf eine Unternehmenskultur, in der ehrlich und offen kommuniziert wird. Hinzu kommt der Wunsch nach Empathie.
Eine wertschätzende Kommunikation ist der Schlüssel dazu. Lieber öfter mal auf Kritik zu verzichten, Fehler zuzulassen oder Konflikte im Team offen anzusprechen.
Fazit: Die Generation Z führen lernen
Die Generation Z ist die Zukunft im Wettbewerb um gute Fachkräfte. Wer lernt, die Mitarbeiterführung und Kommunikation auf aktuelle Begebenheiten anzupassen, wird auch die nachwachsenden Generationen erfolgreich führen können.
Svenja Noll
Senior Marketing Managerin der Leaders Academy und verantwortet u.a. die BE A LEADER Redaktion.
